Schavan reagiert auf Kritik des CDU-Stadtverbandes


Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat auf das Schreiben des CDU-Stadtverbands Lörrach zur Bildungsoffensive der CDU reagiert – mit einem Antwortschreiben und am Wochenende in einem persönlichen Telefongespräch mit der Stadtverbandsvorsitzenden Doris Jaenisch.

Wie berichtet äußerte die CDU Lörrach Bedenken bezüglich der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zu einer sogenannten Oberschule. Das differenzierte Bildungsangebot und die Durchlässigkeit müssten erhalten bleiben, argumentiert die Lörracher CDU. Schavan bedauerte, dass das neue Konzept der Bundes-CDU nur in Teilen und mit Schlagworten wie "CDU will bewährtes dreigliedriges Schulsystem abschaffen" in die Öffentlichkeit kam. Sie wies in ihrem Gespräch mit Doris Jaenisch auf die Notwendigkeit hin, angesichts sinkender Schülerzahlen Visionen zu entwickeln. Alles sei Entwurf, nachzubessern und an die Gegebenheiten anzupassen.

Auch weiterhin soll ein Hauptschulabschluss möglich bleiben, obwohl sich der neuesten Allensbach-Studie zufolge nur noch zwei bis drei Prozent der Eltern für ihre Kinder diesen Bildungsabschluss wünschen. Verbundschulen, wo ortsnah Haupt- und Realschule vereint seien, böten sich gerade in Flächenländern an. Dass der Begriff "Oberschule" nicht glücklich gewählt sei, gab die Ministerin zu. Auch die Durchlässigkeit soll im neuen Konzepts erhalten bleiben, um allen Schülern Übergangsmöglichkeiten zu höheren Schulabschlüssen offen zu halten.


Auf die Kritik, die Basis nicht hinreichend informiert und mitbeteiligt zu haben, antwortete Annette Schavan mit dem Hinweis auf die derzeit überall stattfindenden Bildungskonferenzen. Dort könnten sich alle Mitglieder, nicht nur Delegierte, äußern und abstimmen. Am kommenden Samstag findet in Freiburg eine statt, die Ministerin wird selbst Rede und Antwort stehen.


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